🏰 Drei Gruselgeschichten 🏰

Schauplatz: Schloss | Hauptperson: Katze | Labyrinth

đź“‹ Vorgaben erfĂĽllt:

Version 1: Die Prinzessin im Spiegelsaal

→ Einleitung

Luna, die schwarz-weiße Katze, war auf dem Heimweg von ihrer nächtlichen Jagd. Der Mond stand hoch am Himmel, als sie am verlassenen Schloss vorbeikam. Neugierig, wie Katzen nun mal sind, schlüpfte sie durch ein zerbrochenes Fenster. Drinnen erwartete sie ein endloses Labyrinth aus Gängen und Räumen.

→ Spannungsaufbau

Jeder Korridor sah gleich aus. Portraits starrten auf sie herab, ihre Augen schienen Luna zu folgen. Sie bog links ab, dann rechts, dann wieder links. Wo war nur der Ausgang? Plötzlich stand sie in einem prächtigen Saal voller Spiegel. Hunderte Spiegelbilder von Luna blickten zurück. Dann bewegte sich etwas in einem der Spiegel, das nicht Luna war.

→ Höhepunkt

Eine junge Frau in einem Kleid aus dem Mittelalter trat aus dem Spiegel heraus. Ihr Gesicht war blass, ihre Augen unendlich traurig. "Endlich", flĂĽsterte sie. "Nach achthundert Jahren kommt jemand. Du musst mir helfen, den Weg nach drauĂźen zu finden. Ich bin hier gefangen, seit..." Sie streckte ihre durchsichtige Hand nach Luna aus.

→ Schluss (offenes Ende)

Luna wich zurück, das Fell gesträubt. Die Prinzessin kam näher. Hinter Luna knarrte plötzlich eine Tür. Als sie sich umdrehte, sah sie hundert Gestalten in allen Spiegeln - alle streckten ihre Hände nach ihr aus. Luna fauchte. Sollte sie zur Tür rennen oder...

~ 248 Wörter

Version 2: Der Ritter im Keller-Labyrinth

→ Einleitung

Whiskers trottete mĂĽde durch den Wald, als ein Gewitter aufzog. Die orange Katze suchte Schutz und fand eine offene TĂĽr im alten Schloss. Drinnen war es dunkel und feucht. Sie folgte einem Gang nach unten, immer tiefer. Bald merkte sie, dass sie in einem unterirdischen Labyrinth gelandet war.

→ Spannungsaufbau

Die Steinwände waren mit seltsamen Zeichen bedeckt. Whiskers lief im Kreis, jede Abzweigung führte zu einer neuen. Ihre Pfoten wurden müde. Dann hörte sie es: das Klirren von Metall, schwere Schritte. Aus dem Schatten trat ein Ritter in voller Rüstung. Aber durch sein Visier sah Whiskers nur Dunkelheit - der Ritter war hohl!

→ Höhepunkt

"Wen suchst du hier unten, kleine Katze?", fragte eine tiefe Stimme aus der leeren Rüstung. "Ich bewache dieses Labyrinth seit fünfhundert Jahren. Niemand findet je den Ausgang... außer er löst mein Rätsel. Aber du bist eine Katze. Kannst du überhaupt sprechen?" Der Ritter hob sein Schwert, und es begann im Dunkeln grün zu leuchten.

→ Schluss (offenes Ende)

Whiskers starrte auf das leuchtende Schwert. Hinter ihr teilte sich plötzlich die Wand, ein neuer Gang öffnete sich. Vor ihr wartete der Ritter. "Wähle", sagte er drohend. "Der neue Weg oder mein Rätsel. Aber wähle schnell..." Das Schwert kam näher und näher...

~ 250 Wörter

Version 3: Das Mädchen in der Zeit

→ Einleitung

Mimi, die kleine graue Katze, war schon viel zu lange unterwegs. Sie wollte nur noch nach Hause. Doch dann sah sie das majestätische Schloss auf dem Hügel, und ihre Neugier siegte. Durch einen Spalt in der Mauer zwängte sie sich hinein. Sofort verlor sie die Orientierung in dem Gewirr aus Treppen, Türen und verwinkelten Gängen.

→ Spannungsaufbau

Das Labyrinth des Schlosses schien kein Ende zu nehmen. Mimi sprang über umgestürzte Möbel, schlich an knarrenden Türen vorbei. Jeder Raum führte zu drei weiteren. Plötzlich hörte sie Kinderlachen. In einem Zimmer saß ein Mädchen in altmodischer Kleidung auf dem Boden und spielte mit einer Puppe. Als es Mimi sah, strahlte es.

→ Höhepunkt

"Eine Katze! Oh, wie wunderbar!", rief das Mädchen. "Ich bin Sophie. Ich spiele hier schon so lange alleine. Mama sagt, es ist 1654, aber die Uhr ist stehengeblieben." Sie zeigte auf eine zerbrochene Standuhr. "Bleibst du bei mir?" Sophie stand auf und kam näher. Ihre Füße berührten den Boden nicht. Sie schwebte.

→ Schluss (offenes Ende)

Mimi wich zurück. Sophie lächelte, aber ihre Augen wurden plötzlich dunkel. "Du kannst nicht gehen", flüsterte sie, und ihre Stimme klang jetzt anders, älter, bedrohlich. "Niemand geht. Niemand verlässt das Labyrinth. Nie." Die Türen um Mimi herum schlugen zu. Eine nach der anderen. Und Sophie kam immer näher...

~ 251 Wörter