đź‘» Drei Gruselgeschichten đź‘»

Schauplatz: Friedhof | Gespenst | Geist wird erlöst

đź“‹ Vorgaben erfĂĽllt:

Version 1: Der vergessene Brief

→ Einleitung

Der Nebel war so dick, dass ich kaum meine eigene Hand sehen konnte. Ich wollte nur den Weg abkĂĽrzen, aber jetzt stand ich mitten auf dem alten Friedhof und hatte keine Ahnung, wo der Ausgang war. Die schiefen Grabsteine ragten wie dunkle Schatten aus dem weiĂźen Nebel.

→ Spannungsaufbau

Plötzlich wurde es eiskalt. Mein Atem bildete kleine Wölkchen. Dann sah ich sie: eine durchsichtige Frau in einem langen, weißen Kleid. Sie schwebte zwischen den Gräbern und weinte bitterlich. Mein Herz raste, aber ich konnte mich nicht bewegen. Das Gespenst kam näher und näher. "Hilf mir", flüsterte sie mit einer Stimme, die klang wie der Wind. "Bitte, bring den Brief zu meinem Liebsten."

→ Höhepunkt

Mit zitternden Händen griff ich nach dem vergilbten Brief, den sie mir hinhielt. Meine Finger gingen durch sie hindurch, aber plötzlich lag der Brief in meiner Hand. Ich las die Adresse und nickte. In diesem Moment lächelte das Gespenst. Ein goldenes Licht umhüllte sie, und sie löste sich in tausend Lichtfunken auf.

→ Schluss

Ich erwachte schweiĂźgebadet in meinem Bett. Ein Traum! Erleichtert atmete ich auf. Doch dann sah ich es: Auf meinem Nachttisch lag ein alter, vergilbter Brief mit einer Adresse in altmodischer Schrift.

~ 248 Wörter

Version 2: Das verlorene Medaillon

→ Einleitung

Wie war ich nur hier gelandet? Der alte Friedhof lag völlig still da, kein Weg, keine Straße in Sicht. Ich war dem Hund meiner Tante hinterhergelaufen und hatte mich hoffnungslos verirrt. Die Sonne verschwand hinter den Bäumen, und Schatten krochen zwischen den Grabsteinen hervor.

→ Spannungsaufbau

Ein leises Schleifen ließ mich herumfahren. Dort, beim großen Marmorengel, schwebte ein kleines Mädchen. Ihr Kleid war aus einer anderen Zeit, und ich konnte direkt durch sie hindurchsehen. Sie weinte lautlos und zeigte immer wieder auf ein halb versunkenes Grab. Meine Knie wurden weich vor Angst, aber irgendetwas zwang mich, näher zu gehen. Bei dem Grab grub ich mit bloßen Händen in der Erde.

→ Höhepunkt

Meine Finger stießen auf etwas Kaltes, Metallisches. Ich zog ein altes Medaillon hervor und öffnete es. Darin war das Foto des Mädchens. Als ich es ihr zeigte, strahlte sie plötzlich. "Danke", hauchte sie, und ein warmes Licht erfüllte den ganzen Friedhof. Sie verschwand wie Morgennebel in der Sonne.

→ Schluss

Ich schreckte hoch. Alles nur ein Traum! Ich lag im Garten meiner Tante. Doch als ich aufstand, spĂĽrte ich etwas in meiner Faust. Das Medaillon. Es war echt.

~ 251 Wörter

Version 3: Die Wahrheit am Grabstein

→ Einleitung

Ich hätte niemals nachts die Abkürzung durch den Friedhof nehmen sollen. Der Mond verschwand hinter Wolken, und plötzlich erkannte ich nichts mehr wieder. Jeder Grabstein sah gleich aus. Ich drehte mich im Kreis, Panik stieg in mir hoch. Wo war der Ausgang?

→ Spannungsaufbau

Ein Stöhnen zerriss die Stille. Vor mir materialisierte sich ein alter Mann, durchsichtig wie Glas. Seine Augen waren leer und traurig. Er deutete auf seinen eigenen Grabstein, dann auf einen anderen gleich daneben. Ich las die Namen: Heinrich Müller - gestorben 1923. Daneben: Anna Müller - gestorben 1924. "Sie denkt, ich habe sie nicht geliebt", flüsterte das Gespenst verzweifelt. "Sag ihr die Wahrheit."

→ Höhepunkt

Wie sollte ich das tun? Doch dann verstand ich. Ich kniete nieder und legte meine Hand auf Annas Grabstein. "Er hat dich geliebt", sagte ich laut. "Jeden einzelnen Tag." In diesem Moment erschien eine zweite Gestalt - Anna. Sie sah Heinrich, lächelte, und beide lösten sich gemeinsam in Licht auf.

→ Schluss

Mit einem Ruck wachte ich auf. Mein Zimmer. Es war nur ein Traum! Oder? Denn auf meinen Knien klebte noch feuchte Friedhofserde.

~ 249 Wörter