Den Schreibauftrag zerlegen
Bevor du den Text liest, schaust du dir genau an, was die Aufgabe von dir will. Wer hier sorgfältig ist, vergisst später keinen Arbeitsauftrag.
| Was? | Was steht in der Aufgabe? | Was heißt das für dich? |
|---|---|---|
| Thema | Feriendiskussion | Es geht um die letzte Schulwoche vor dem Zeugnistag. |
| Situation / Rolle | Als Schülerin bist du von der Diskussion direkt betroffen und stolperst beim Zeitunglesen über den Beitrag. | Du schreibst aus deiner eigenen Erfahrung. Das ist gleichzeitig dein Schreibanlass. |
| Ziel | Ansichten und Erfahrungen mit der Leserschaft teilen | Persönlich, aber begründet und sachlich. |
| Ausgangstext | „Die zehnte Ferienwoche“ von Mirjam Marits, Online-Ausgabe der Tageszeitung Die Presse, 1. Juli 2022 | Diese Angaben gehören in deine Einleitung. |
| Arbeitsauftrag 1 | Beschreibe knapp eine typische letzte Schulwoche. | kurz und sachlich: Wie läuft sie ab? |
| Arbeitsauftrag 2 | Erkläre die Wichtigkeit solch gemeinsamer Aktivitäten. | Warum sind Ausflüge, Picknick, Feste usw. wichtig? → Argumente im 3-B-Schema |
| Arbeitsauftrag 3 | Gestalte einen Entwurf der perfekten Abschlusswoche. | eigener, konkreter Plan, zum Beispiel Tag für Tag |
| Arbeitsauftrag 4 | Appelliere an Schulleitungen sowie Lehrerinnen und Lehrer. | Appell an genau diese Gruppe, in der Höflichkeitsform |
| Länge | 270–330 Wörter, Absätze mit Leerzeilen | Jeder Arbeitsauftrag bekommt einen eigenen Absatz. |
QuizHast du den Auftrag verstanden?
Wähle jeweils die richtige Antwort.
ZuordnenWelcher Satz gehört zu welchem Arbeitsauftrag?
Hier siehst du Sätze aus einem fertigen Leserbrief. Ordne jeden Satz dem Arbeitsauftrag zu, den er erfüllt.
Den Text erschließen
Lies den Beitrag in deinem Buch zweimal. Beim zweiten Lesen markierst du, was die Autorin über die letzte Schulwoche sagt und wie sie dazu steht.
Dieser Text ist kein sachlicher Bericht, sondern eine persönliche, humorvolle Kolumne. Die Autorin schreibt als Mutter über ihr Kind und erzählt mit einem Augenzwinkern, wie sehr die letzte Schulwoche schon den Ferien gleicht. Klassische Argumente nach dem 3-B-Schema findest du darin kaum. Umso wichtiger sind deine eigenen Argumente: Der Text liefert dir vor allem Anknüpfungspunkte und Beispiele.
Anknüpfungspunkte für deinen Brief: keine Hausübungen und Tests mehr · Programm wie Schwimmen, Picknick, Museumsbesuch · Picknickdecke und Federballschläger statt Schultasche · Freundinnen und Freunde sieht man oft erst im Herbst wieder · die Autorin wäre selbst gern wieder Schulkind · der Titel: Neun Wochen Sommerferien plus eine „geheime“ zehnte.
OrdnenIn welcher Reihenfolge kommt das im Text vor?
Bring die Inhalte in die Reihenfolge des Beitrags. So entsteht gleichzeitig eine Stichwortliste zu den Absätzen (wie in A 25).
Richtig/FalschSteht das so im Beitrag?
Entscheide bei jeder Aussage, ob sie dem Text entspricht.
QuizHaltung, Textsorte, Titel
Diese Fragen helfen dir, im Leserbrief passend an den Beitrag anzuknüpfen.
Ideen sammeln mit dem Placemat
Wie im Buch (A 21) sammelst du Ideen aus verschiedenen Blickwinkeln. Hier übernimmst du alle vier Felder selbst: Wie sehen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und die Schulleitung die letzte Schulwoche?
A 21Fülle die vier Felder
Notiere zu jeder Perspektive zwei bis drei Stichworte: Was wünscht sich diese Gruppe? Was befürchtet sie? Danach vergleichst du mit den Vorschlägen.
ZuordnenWofür spricht dieser Gedanke?
Spricht der Gedanke für gemeinsame Aktivitäten in der letzten Woche oder für normalen Unterricht bis zum Schluss? Die Gegenseite brauchst du später, um sie zu entkräften.
Argumente nach dem 3-B-Schema
Arbeitsauftrag 2 verlangt, dass du die Wichtigkeit gemeinsamer Aktivitäten erklärst. Dafür brauchst du zwei bis drei vollständige Argumente: Behauptung, Begründung, Beispiel.
A 24Behauptung, Begründung oder Beispiel?
Drei Argumente wurden zerlegt. Bestimme bei jedem Teil, welcher Baustein es ist – so wie du im Buch die Textbeilage in drei Farben markierst.
A 22Formuliere vier schlüssige Argumente
Zu jeder Behauptung schreibst du eine Begründung und ein Beispiel aus deinem eigenen Schulalltag. Eigene Beispiele sind immer stärker als erfundene.
ProfiGegenargumente entkräften
Nimm ein Gegenargument vorweg und widerlege es: Zwar …, doch … · Natürlich …; trotzdem … · Kritiker mögen einwenden, … Dem ist jedoch entgegenzuhalten, …
Die Einleitung vorbereiten
Wie in A 23 sammelst du zuerst die Informationen aus der Aufgabenstellung und baust sie dann in die Einleitung ein.
A 23Die Einleitungstabelle
Fülle die Tabelle aus und vergleiche dann mit der Musterlösung.
A 23 aBaue die Einleitung zusammen
Wähle jeweils die Angabe, die zu diesem Schreibauftrag passt.
QuizBetreff und Überleitung
Wähle die beste Lösung.
Die perfekte Abschlusswoche gestalten
Arbeitsauftrag 3 ist dein kreativer Teil. Ein starker Entwurf ist konkret, realistisch und passt zu deinen Argumenten aus Arbeitsauftrag 2.
Ordne deine Ideen nach Wochentagen, damit der Plan anschaulich wird. Hänge an zwei, drei Programmpunkte einen kurzen Grund an („…, damit auch die Eltern sehen, was wir gelernt haben“). So verbindest du Arbeitsauftrag 3 mit Arbeitsauftrag 2. Und vergiss nicht: Freitag ist Zeugnistag.
ZuordnenRealistisch oder nicht?
Welche Ideen eignen sich für einen glaubwürdigen Entwurf, der an einer echten Schule umsetzbar ist?
GestaltenDeine Woche von Montag bis Freitag
Trag für jeden Tag einen Programmpunkt ein, wenn möglich mit einem kurzen Grund.
Der Appell an Lehrkräfte und Schulleitungen
Der Appell muss sich an genau die Menschen richten, die im Arbeitsauftrag stehen, und er muss aus deinen Argumenten folgen.
Liebe Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Lehrerinnen und Lehrer, … · Sehr geehrte Damen und Herren in den Schulleitungen, … · Ich wende mich besonders an Sie, liebe Lehrkräfte: …
Stil-CheckPasst dieser Appell zum Arbeitsauftrag?
Achte auf die richtige Zielgruppe und einen höflichen, sachlichen Ton.
LückentextAppellformen richtig bilden
Die gesuchte Form steht jeweils in Klammern. Wähle die richtige Variante.
SchreibenDrei Appelle, drei Formen
Formuliere deinen Appell an Lehrkräfte und Schulleitungen in drei verschiedenen Formen.
Der Schreibplan in Stichworten
Jetzt fasst du alles zu einem Schreibplan zusammen, wie in A 25: ein Stichwortblock pro Absatz. Mit diesem Plan schreibst du den Brief in der Schularbeit fast wie von selbst.
A 25Stichwörter zu jedem Absatz
Nur Stichworte, keine ganzen Sätze. Vergleiche danach mit dem Vorschlag.
Zwei Musterbriefe
Zwei Varianten zeigen dir, dass man denselben Auftrag ganz unterschiedlich lösen kann. Lass dir die Bausteine einfärben und die Arbeitsaufträge anzeigen.
Betreff: Die letzte Schulwoche – zu wertvoll zum Absitzen
Sehr geehrtes Redaktionsteam der Presse!
Mit großem Vergnügen habe ich den Beitrag „Die zehnte Ferienwoche“ von Mirjam Marits gelesen, der am 1. Juli 2022 in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ erschienen ist. Die Autorin beschreibt darin, dass die letzte Woche vor dem Zeugnistag eigentlich schon eine geheime Ferienwoche ist. Als Schülerin bin ich von diesem Thema direkt betroffen und möchte meine Erfahrungen gerne mit Ihnen teilen.
Bei uns sieht die letzte Woche meist so aus: Die Noten stehen fest, Tests gibt es keine mehr, und manche Stunden werden mit Filmen oder Spielen gefüllt. Oft wirkt das aber eher wie Warten als wie ein gemeinsamer Abschluss, denn viele haben innerlich schon abgeschaltet, und die letzten gemeinsamen Tage verstreichen einfach ungenutzt.
Dabei sind gemeinsame Aktivitäten gerade am Schuljahresende besonders wichtig. Nach Monaten voller Prüfungsstress hat die Klasse endlich Zeit füreinander, ohne Notendruck. Wer zusammen wandert, kocht oder ein Fest vorbereitet, lernt die anderen von einer neuen Seite kennen. Solche Erlebnisse stärken die Klassengemeinschaft, zumal man sich danach zwei Monate lang kaum sieht.
Meine perfekte Abschlusswoche würde so aussehen: Am Montag planen wir in Gruppen ein Abschlussfest. Am Dienstag folgt ein Wandertag, am Mittwoch ein Projekttag, an dem jede Klasse etwas für die Schulgemeinschaft gestaltet, etwa ein Beet im Schulhof. Am Donnerstag feiern wir mit Eltern und Lehrkräften, und am Freitag gibt es nach der Zeugnisverteilung ein gemeinsames Frühstück.
Ich bitte Sie daher, liebe Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Lehrerinnen und Lehrer: Nutzen Sie die letzte Woche bewusst! Planen Sie gemeinsam mit den Klassen ein Programm, das verbindet, statt die Zeit einfach verstreichen zu lassen. Dann wird die zehnte Ferienwoche zur schönsten Woche des Jahres.
Mit freundlichen Grüßen
[Vorname Nachname]
Betreff: Gemeinsam statt gelangweilt!
Sehr geehrte Frau Marits, sehr geehrtes Redaktionsteam!
Ihr Beitrag „Die zehnte Ferienwoche“, der am 1. Juli 2022 in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ erschienen ist, hat mich zum Schmunzeln gebracht. Sie beschreiben darin mit viel Humor, wie sehr sich die letzte Schulwoche schon nach Ferien anfühlt. Da ich diese Woche als Schülerin jedes Jahr selbst erlebe, möchte ich Ihnen meine Sicht darauf schildern.
Auch bei uns ist die letzte Woche anders als der Rest des Jahres: Die Schularbeiten sind geschrieben, die Noten eingetragen, und viele Lehrkräfte zeigen Filme oder lassen uns Karten spielen. Manche Klassen machen einen Ausflug, andere sitzen die Stunden einfach ab.
Ich bin überzeugt, dass gemeinsame Aktivitäten in dieser Zeit besonders wertvoll sind. Ein ganzes Jahr lang erleben wir einander fast nur im Unterricht, wo jede und jeder für die eigenen Noten arbeitet. Erst beim Picknick im Park merkt man zum Beispiel, wie witzig eine sonst stille Mitschülerin sein kann. Solche Erlebnisse schweißen eine Klasse zusammen, und davon profitiert auch der Unterricht im nächsten Herbst. Zwar meinen manche, diese Woche sei verlorene Unterrichtszeit, doch auch bei einem Museumsbesuch oder einem Projekt lernt man viel, nur auf andere Weise.
Wie könnte die perfekte Abschlusswoche aussehen? Am Montag gestalten wir einen Fotorückblick auf das Schuljahr. Dienstag ist Wandertag, Mittwoch Sporttag mit Spielen zwischen den Klassen. Am Donnerstag zeigen wir den Eltern bei einem kleinen Schulfest, was wir erarbeitet haben, und am Freitag gibt es nach der Zeugnisverteilung ein Abschiedsfrühstück.
Liebe Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Lehrerinnen und Lehrer: Lassen Sie die letzte Woche nicht einfach verstreichen! Planen Sie sie gemeinsam mit uns, denn wir haben viele Ideen. Dann wird aus der geheimen zehnten Ferienwoche eine Woche, an die sich alle gern erinnern.
Mit freundlichen Grüßen
[Vorname Nachname]
QuizDie beiden Varianten vergleichen
Beantworte die Fragen mithilfe der Musterbriefe.
Dein Leserbrief
Jetzt schreibst du deinen eigenen Brief zu A 29 – als Hausübung, mit deinem Schreibplan aus Station 8 daneben. Die Redemittel unter den Feldern fügst du mit einem Klick ein, rechts siehst du live Wortanzahl und Check.
Automatischer Check
Der Check sucht nur nach Signalwörtern. Ob deine Argumente überzeugen, prüfst du mit der Checkliste unten.
Vorschau
Checkliste für die Überarbeitung
Hake ab, was dein Brief schon erfüllt. Die Häkchen bleiben gespeichert.
Bei diesem Thema bist du die Expertin: Niemand weiß besser als du, wie sich die letzte Schulwoche anfühlt. Genau diese Erfahrung macht deinen Leserbrief glaubwürdig. Schreib so, als würdest du deiner Direktorin höflich, aber mit Überzeugung einen guten Vorschlag machen. Viel Erfolg! ✉